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A Magic Bauer Play oder
Denn sie wissen nicht was sie tun sollen

Im Rahmen der aktuellen Werkschau "Franz Ringel - Stationen einer Reise" durchbricht ein außergewöhnliches Theaterereignis die meditative Stille des Museums.

A Magic Bauer Play oder Denn sie wissen nicht, was sie tun sollen ist eine Stückentwicklung, die sich aus Texten des im letzten Sommer verstorbenen Grazer Autoren Wolfgang Bauer, aus der Bilderwelt Franz Ringels und beider Leben speist.

Der Bochumer Regisseur und Gründer des Ensembles Ruhrstadt-Theater wollte schon lange Theater im Museum machen und so in einen intensiven Dialog mit bildender Kunst treten. Dass es jetzt ausgerechnet in Ringels wilder und farbenprächtiger Malerei passiert, ist für ihn ein Glücksfall.

Die Anregung für das Projekt kommt vom Kurator des Museums, Sepp Hiekisch-Picard. Da Ringel und Bauer enge Freunde waren und Bauers letzter Text das Geleitwort des Ausstellungskataloges wurde, lag es nahe, die beiden geistesverwandten steirischen Urgesteine in Bochum zusammen zu bringen.

Zur Legende geworden ist Wolfgang Bauer vor allem durch sein 1968 uraufgeführtes Skandalstück "Magic Afternoon", in dem seinerzeit die FAZ das erste Antiachtundsechzigerstück" sah. Udo Höppner interessiert die Geschichte von den vier jungen Möchtegern-Bohèmes, die sich an einem öde zu werden drohenden Nachmittag an Musik, Alkohol und Drogen berauschen, sich in Angst und Aggression verlieren und am Ende durchdrehen. Er will jedoch nicht dieses Stück neu inszenieren, sondern den "Riß im Leben" darstellen, der sich im Stück manifestiert: Den Riß der bauerschen Figuren und den Riß, der sich zwischen außerparlamentarischen Utopien und der Realität bis heute auftut. Ein angenommener Auslöser dafür scheint die legitime, doch hoffnungslos übersteigerte Erwartung an das Leben als rauschendes Fest zu sein, welches ständig auf der Überholspur nicht durchzuhalten ist.

Und so bedienen sich Regisseur und Schauspieler der Bilder Ringels, der Texte Bauers und darüber hinaus beider Inspirationsquellen aus Musik, Kunst und Literatur -- um letztendlich etwas ganz Eigenes daraus zu machen. A Magic Bauer Play soll nicht im klassischen Sinne inszeniert werden, sondern eher den Prozeß des Malens und Komponierens entsprechen. Für die Proben hat das hochmotivierte Ensemble Ruhrstadt-Theater lediglich zwei Wochen Zeit. Die Aufführungen werden auch deshalb etwas Rohes, Skizzenhaftes und Wildes bewahren. Höppner will damit jedoch weder die Ausstellung erklären, noch ein "dramaturgisch korrektes Bild von oder über Wolfgang Bauer zeigen. Er will ein Theaterereignis schaffen, das für sich steht und sich durch sich selbst erklärt - und verweist auf einen Bildtitel Ringels, der sagt: "Man muß nicht alles verstehen!"

Mit:
Jean-Luc Bubert: Schauspielschule Bochum, danach Schauspielhaus Bochum ("Sommernachtstraum"), Wuppertaler Bühnen und demnächst am Schauspiel Düsseldorf engagiert. Beatrice Kaps-Zurmahr: Schauspielschule Theater "Der Keller", Köln, danach 2 Jahre am Theater Rudolstadt engagiert, seit 2003 ist sie die neue Sprechstundenhilfe von Dr. Flöter in der "Lindenstrasse" und spielt seitdem als Gast an Stadttheatern und Off-Bühnen. Beate Krist: Schauspielschule "Akademie für darstellende Kunst Ulm", danach spielte sie u.a. am Theaterlabor Darmstadt, am Akademietheater Ulm und arbeite als Sprecherin und Moderatorin.e Stefan Weiß: Schauspielschule "Akademie für darstellende Kunst Ulm", spielte seitdem u.a. am Akademietheater Ulm und am Stadttheater Konstanz

Aufführungstermine
Mi 18. Januar 2006, 20.00 Uhr Öffentliche Probe & heimliche Premiere
Sa 21. Januar 2006, 20.00 Uhr Premiere
So 22. Januar 2006, 15.00 Uhr inklusive Führung und Publikumsgespräch











Aktuelle Produktion

A Magic Bauer Play

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PottPüree

Fuck the Ruhrfestspiele!