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Don QuiXote - Too Much Fiction?

Aus Miguel de Cervantes Roman über den verträumt-kämpferischen Ritter hat Regisseur Udo Höppner ein Freies Volkstheater konzipiert, das aus dem Rahmen fällt. Die Inszenierung stellt Fragen: Was steht heute an der Stelle der Ritterromane, die einen wie Don Quixote in den Heldenwahn treiben? Wo ist die Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit? Was passiert, wenn wir (zu viele) Rollen spielen? Auf diesem Hintergrund wird der Klassiker verwoben mit Filmen und Musik aus unserer Zeit.

Um vier Original-Szenen herum beschwört Höppner Bilder herauf von Helden und Verrückten, Machos und Huren, Kumpanen und (Selbst-)Betrügern. In Cervantes Tonfall arbeiten die Schauspieler Marco Jorge Rudolph und Christiane Wilke die Beziehung zwischen dem Ritter von der traurigen Gestalt und seiner Dulcinea auf - doch gerade, wenn es leidenschaftlich zur Sache geht, frieren sie ein und wechseln in den Vergleich mit klassischem nordeuropäischen Sprechtheater, etwa mit Szenen aus Ibsens "Nora". Weil die Figur Don Quixote nicht nur die Qualen einer unglücklichen Liebe, sondern auch eine verquere Vorstellung von Ritterlichkeit vermittelt, wird das Leidenschafts-Thema flankiert von modernen Phantasiewelten, dem Rockstar-Mythos etwa oder Szenen aus Filmen wie "Pulp Fiction" und "Desperado". Auch die reale Verwirrung der Schauspieler angesichts ihrer häufigen Rollenwechsel wird thematisiert: Nicht ohne Grund erklingt gegen Ende des Stückes der Pixies-Song "Where Is My Mind?".

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